Anbau von Winterungen - Betrieb Wolf

Thomas Wolf hat vor ein paar Jahren den Anbau von Wintererbsen auf einer Demofläche im Rahmen des Demonstrationsnetzwerks Erbse/Bohne einmal ausprobiert und war begeistert von den guten Erträgen. Zwischenzeitlich sind sie fester Bestandteil seiner Fruchtfolge. Auf rund 20 Hektar baut er Erbsen auf seinem Betrieb in Lautersheim an, wenn es die Bodenverhältnisse im Herbst zulassen bis zur Hälfte davon als Winterung. Durch das Programm "Vielfältige Fruchtfolge" kam der Landwirt aus Rheinland-Pfalz 2015 auf den Erbsenanbau. Einen Teil der Erbsen verfüttert er an seine Mastschweine und ersetzt damit etwa 50% des Sojaschrotes in der Endmast.

Thomas Wolf berichtet hier während der Vegetationsperiode 2020/21 über den Anbau von Wintererbsen auf seinem Betrieb.

Fazit

Jedes Jahr ist anders. 2021 war durch Wetterextreme und abrupten Witterungswechsel geprägt: Zunächst gab es starken Frost zum Ende des Winters. Der April war zuerst relativ trocken, dann gab es nochmals Frost. Im Mai und Juni kamen viele Niederschläge und im Juni wurde die Erbsenblüte dann durch starke Hitze relativ abrupt beendet. Eine Kombination von verschiedenen Arten und Sorten ist daher gut, um das Risiko zu teilen und um Ausfall einzelner Kulturen mit anderen auszugleichen. Daher werden wir auch in Zukunft Wintererbsen und Sommererbsen sowohl im Gemenge als auch in Reinsaat anbauen. Da wir die Erbsen im eigenen Betrieb für die Schweinemast einsetzen, können wir die Zusamensetzung von Erbsen und Gertreide gut anpassen.

20. Juli 2021

Heute haben wir mit der Ernte der Erbsen begonnen. Das Wintererbsen-Gersten-Gemenge stand sehr schön und hat einen sehr guten Ertrag ergeben. Wir haben ca. 75 dt gedroschen, allerdings waren es nur ca. 10% Erbsen im Gemenge.

Aufgrund des Frostes im April wurden die Wintererbsen in diesem Jahr zurückgedrängt. Die Wintergerste konnte hingegen noch von dem Regen im April profitieren und hat keinen Frostschaden erlitten, sie konnte somit die Lücke bei den Erbsen füllen.

Bei den Wintererbsen in Reinsaat haben wir aufgrund des Spätfrostes nur 25 dt/ha gedroschen. Während wir in den vergangenen Jahren bei den Wintererbsen höhere Erträge verzeichnen konnten, waren 2021 die Sommererbsen im Vorteil. Der Frost hat bei ihnen im April kaum einen Schaden verursacht, da sie gerade erst aufgelaufen waren. Wir haben ca. 40 dt/ ha Sommererbsen gedroschen.

In den nächsten Tagen werden wir dann einen Grubber zur Stoppelbearbeitung einsetzen. Ein weiterer Durchgang mit dem Grubber reicht dann zur Saatbettvorbereitung für die Aussaat des nachfolgenden Winterweizens im Oktober aus, da die Wintererbsen einen schönen lockeren Boden hinterlassen.

24. Juni 2021

Die Starke Hitze der letzten Woche hat die Erbsenblüte schnell beendet. Aktuell sehen die Bestände alle sehr gut aus: die Niederschläge der letzten Wochen lassen die Erbsen optimal abreifen und begünstigen eine gute Ausbildung der Erbsen.

 

 

14. Juni 2021

Bis Mitte Juni gab es kaum einen Zuflug von Erbsenwicklern. Von 14. -23. Juni war am Demofeld ein Zuflug von 220 Erbsenwicklern zu verzeichnen, in dem Wintererbsenschlag deutlich weniger (64). (Weitere Infos zum Erbsenwicklermonitoring 2021)

Am 12.6. wurde 200g/ha Pirimor gegen die Grüne Erbsenblattlaus eingesetzt ( Befall 2-5 Läuse /Blüte).

30. Mai 2021

Die Erbsen sind nun in der Blüte: Die Wintererbsen haben Mitte Mai mit der Blüte begonnen, die Sommererbsen etwa 10 Tage später. Zwischen Wintererbsen und Sommererbsen ist fast kein Unterschied erkennbar.

29. April 2021

Aufgrund der kühlen Witterung und den teilweise frostigen Nächte wachsen die Erbsen derzeit relativ langsam. Vereinzelt sind Fraßschäden duch den Blattrandkäfer erkennbar.

Hier kann man den aktuellen Entwicklungsunterschied von Winter- und Sommererbsen deutlich sehen.

27. März 2021

Die Erbsen haben den Frost recht gut überstanden. Durch die kalten Nächte und teilweise noch sehr kühlen Temperaturen wachsen sie zur Zeit noch langsam.

16. Februar 2021

In den letzten Tagen hatten wir Frost bis zu minus 12°C in 5cm Bodenhöhe. Die Schneedecke war teilweise getaut, je nach Lage. Da wir die Wintererbsen erst am 26.11.2020 ausgesät haben, sind sie gerade erst am Aufgehen.

Das Gemenge mit Wintergerste und Wintererbsen hatten wir bereits am 25.10.2020 ausgesät, es sieht recht gut aus. Sorten: Sommergerste Sandra (160 Körner pro Quadratmeter) und Wintererbse James (40 Kö./qm), Reihenabstand: 12,5cm.

Frostschäden sind bislang noch nicht erkennbar.

26. November 2020

Heute haben wir mit der Bestellung der Wintererbsen begonnen. In unserer Region wird als Aussaattermin für Wintererbsen "Mitte November" empfohlen. In diesem Jahr bauen wir bereits zum 7. Mal Wintererbsen an.

In den letzten Jahren haben wir gute Erfahrung mit Wintererbsen gemacht, durchschnittlich haben wir 9 dt /ha mehr geerntet als bei den Sommererbsen. Vorteilhaft beim Anbau der Wintererse ist für uns außerdem, dass die Ernte i.d.R. zwischen Winter und Sommergerste stattfindet, womit wir Arbeitsspitzen entzerren können.

Zur Bodenvorbereitung haben wir zunächst gepflügt, die Bedingungen waren sehr gut: Der Boden war an der Oberfläche feucht und im Unterboden noch relativ trocken. Zur Saatbettbereitung haben wir einen Grubber mit Packerwalze im Frontanbau eingesetzt.

Mit der Sorte James  haben wir in den letzten Jahren gute Erfahrungen gemacht, in diesem Jahr probieren wir zum ersten Mal zusätzlich auch noch die Sorte Fresnel aus. Gedrillt wurde auf Getreideabstand, die Saattiefe betrug 4 bis 6cm.

Alle Fotos: Thomas Wolf, falls nicht anders gekennzeichnet

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Weblinks

3Sat: Mehr Vielfalt heißt mehr Ertrag (In der Sendung 3 Sat nano berichtet Thomas Wolf über die Vorteile des Gemengeanbaus)

Video - Erbsen in vielen Varianten - Betrieb Wolf (Thomas Wolf erklärt, warum der Erbsenanbau gut in die Ackerbauregion in Rheinland-Pfalz passt)

SWR2 Hörfunkbeitrag: Intercropping erhöht den Ertrag im Ackerbau deutlich