Gemengeanbau im Betrieb Lochbrunner

Gebhard Lochbrunner setzt auf Ackerbohnen im Gemenge - sowohl auf dem Acker als auch im Milchviehstall! 2016 stellte er seinen Betrieb in der Nähe von Günzburg auf biologische Wirtschaftsweise um. Auf etwa 8 bzw. 3 Hektar baut er Ackerbohnen und Erbsen im Gemenge an. Gründe für den Anbau der Leguminosen sind neben den pflanzenbaulichen Vorteilen, die Versorgung seiner 80 Milchkühe inkl. Nachzucht mit betriebseigenen Futtermitteln.

Ackerbohne mit Untersaat oder Getreide

Gebhard Lochbrunner berichtet hier während der Vegetationsperiode 2020 über den Gemengeanbau auf seinem Betrieb

31. August 2020

Die ergiebigen Regenschauer der letzten Wochen haben die Ackerbohnen noch zu einem schönen Bestand werden lassen, obwohl der Start im Frühjahr recht schwierig war. Die Wuchshöhe der Ackerbohne liegt bei ca. 1,50 m. Der Bohnenansatz pro Pflanze lässt auf einen durchschnittlichen Ertrag hoffen. Jetzt beginnen die Bohnen ihre Blätter abzuwerfen. Dadurch wird sich in den nächsten Wochen bis zur Ernte die Untersaat gut weiterentwickeln.

Die Untersaaten haben sich gleichmäßig im Bestand entwickelt, wobei die Untersaat "früh" klar im Wachstumsstand vorne liegt. Bei der Variante Ackerbohnen und Sommerweizen hat der Weizen die Bestandslücken gut erschlossen und das Beikraut unterdrückt.
Auch die betriebsübliche Variante sieht gut aus, doch hat sich in den Bestandslücken durch die Trockenheit, und die Fraßschäden (Gänse) relativ viel Beikraut (Melde) entwickelt.

20. Juni 2020

Nach den ergiebigen Niederschlägen der letzten Tage (mit ca. 80 Litern pro Quadratmeter) stehen die Ackerbohnen nun recht gut. Auch die Knöllchenbakterien an den Ackerbohnenwurzeln haben sich gut entwickelt.

In der Variante A - Ackerbohne Reinsaat wurde durch einen zusätzlichen Striegelgang (bei Wuchshöhe 15-20cm) das Beikraut gut in Schach gehalten. Die Variante B: Ackerbohnen mit Untersaat I, die früh ausgesät wurde (am 28. April) ist gut entwickelt und hat eine schöne Bestandesdichte. Der Beikrautdruck ist hier geringer ist als in der Variante C- Ackerbohnen mit Untersaat II., in der die Untersaat eine Woche später (am 5. Mai) ausgesät wurde. Durch die spätere Aussat hat sich die Untersaat nur schwach entwickelt, dafür das Beikraut besser. In der Variante D: Ackerbohnen 100% +  Sommerweizen 50% ist der Beikrautdruck wesentlich geringer.

20. Mai 2020

Die Ackerbohnen ohne Untersaat wurden heute zum vierten Mal gestriegelt. Der Bestand ist mit ca. 30 Pflanzen/m² sehr lückig. Das ist zum Teil auf den trockenen April zurückzuführen. Andererseits hatten  Graugänse während des Auflaufens Mitte April Fraßschäden verursacht.

Durch den Gemengeanbau "Ackerbohne mit Sommerweizen" und "Ackerbohne mit Untersaat" versuchen wir, eine Spätverunkrautung der Ackerbohnen zu verhindern.

5. Mai 2020

Heute haben wir die "Untersaat spät" mit dem Wiesenstriegel ausgebracht und eingestriegelt. Die Wuchshöhe der Ackerbohnen lag bei ca. 10cm. Die Saatmenge betrug 15kg/ha vom Saatgut M2 von DSV. Nachdem es in den letzten Tagen ca. 30 Liter pro Quadratmeter geregnet hatte, konnten wir die Feuchtigkeit des Bodens ausnutzen, um ein sicheres Auflaufen der Untersaat sicherzustellen.

(siehe: Parzellenanlage vom 26. März 2020 )

28. April 2020

Mit einem Striegel zur Wiesennachsaat haben wir heute in den Ackerbohnenbestand die Untersaat M2 von DSV (90% Weidelgras; 10% Weißklee) in die Parzelle "Untersaat früh" eingesät. Die Saatmenge pro Hektar betrug 15kg.

(siehe: Parzellenanlage vom 26. März 2020 )

Die Wuchshöhe der Ackerbohne betrug zwar noch keine 5cm. Die Wettervorhersage meldet aber für die nächsten Tage endlich ergiebige Niederschläge, daher haben wir den Aussaattermin ein wenig vorverlegt.

Denn mit dem bevorstehenden Regen sind die Keimbedingungen für die Untersaat jetzt optimal!

18. April 2020

Momentan leiden die Bohnen sehr an der andauernden Trockenheit. Zudem haben wir ein zunehmendes Problem mit Vogelfraß. In den letzten Tage haben Graugänse (ca. 30-40 Tiere) viele Pflanzen abgefressen. Daher haben wir heute etwa ein Drittel der Fläche nachgesät. Momentan versuchen wir, den Bestand mit Vogelscheuchen zu retten - bisher allerdings ohne großen Erfolg.

16. April 2020

Heute haben wir unsere Ackerbohnen zum zweiten Mal gestriegelt. Trotz der trockenen Witterung sind die Bohnen gut aufgelaufen. Mittlerweile sind die Ackerbohnenpflanzen schon fest verwurzelt, das Beikraut befindet sich im Keimblattstadium. 

6. April 2020

Die Ackerbohnen haben wir heute zum ersten Mal blind gestriegelt. Durch die kalten Nächte der letzten Tage sind die Bohnen und Beikräuter langsamer aufgelaufen.

26. März 2020

Heute haben wir mit der Aussaat der Ackerbohnen begonnen. Bisher war der Boden zwar oberflächlich gut abgetrocknet, zum Befahren in der unteren Schicht (5-10 cm Tiefe) aber noch zu feucht. Deswegen haben wir heute den strengen Frost der letzten Tage genutzt und auf den oberflächlich gefrorenen Boden (Frosttiefe ca. 2cm) ausgesät. 

Gesät wurde mit einer Lemken Saphir 7 Sämaschine und Kreiselegge Zirkon 8 an einem 125PS starkem Schlepper mit Zwillingsbereifung. Der Reihenabstand lag bei 12,5cm. Die Saatstärke betrug 44 Körner pro m2, das TKG lag bei 499g und die Keimfähigkeit bei 82%.

Nach der Saat lagen auf dem Saatbeet noch relativ grobe und noch gefrorene Erdbrocken, diese sind nach dem Auftauen zerfallen.

Anlage der verschiedenen Gemengeparzellen

Mit der Sorte ,,Fanfare" haben wir vier verschiedene Vergleichsparzellen angelegt.

Neben Ackerbohnen in Reinsaat wurden drei verschiedene Gemengeparzellen ausgesät:

A: Ackerbohnen Reinsaat:

(Aussaatmenge: 267 kg)

B: Ackerbohnen mit Untersaat I:

Aussaatmenge: 267 kg und 15kg Untersaat (90% Weidelgras; 10% Weißklee),

Untersaat erfolgt wenn die Ackerbohne eine Wuchshöhe von 5-8 cm erreicht hat

C: Ackerbohnen mit Untersaat II:

Aussaatmenge: 267 kg und 15kg Untersaat  (90% Weidelgras; 10% Weißklee)

Untersaat wenn die Ackerbohne eine Wuchshöhe von 12-15cm hat, beim letzten Striegeldurchgang

D: Ackerbohnen 100% +  Sommerweizen 50%:

Aussaatmenge Ackerbohne: 267kg, Sommerweizen: 103kg (50% der normalen Aufwandsmenge)

In ein paar Wochen werden wir auch noch ein Hafer-Erbsen-Gemenge aussäen.

17. Januar 2020

Die Ackerbohnen stehen in diesem Jahr auf einem leicht anmoorigem Standort.

Mitte Januar haben wir die Zwischenfrucht umgepflügt, aufgrund des guten Wetters (12°C) und optimalen Bodenverhältnissen ca. 3-4 Wochen früher als sonst üblich. Die Pflugfurche erfolgte mit einem 125PS-Schlepper und einem 4 Schar-Volldrehpflug.

Als Vorfrucht vor den Ackerbohnen wurde auf der Fläche 2019 Triticale angebaut. Im Anschluß haben wir eine Zwischenfrucht angebaut: Das einjährige Weidelgras mit 15% Perserklee diente zur Futternutzung für unsere Milchkühe.

 Alle Fotos, falls nicht anders gekennzeichnet: Gebhard Lochbrunner

Weitere Infos zum Gemengeanbau

 Beispiele Gemenge mit Erbse

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