Sorten Sommerackerbohnen

Sortenübersicht

Bereits im zweiten Jahr in Folge fallen die Ergebnisse der Landessortenversuche zu Ackerbohne in den meisten Anbaugebieten eher unbefriedigend aus. Grund dafür war wieder mal die langanhaltende Trockenheit mit überdurchschnittlich hohen Temperaturen, die den Ackerbohnen extrem zugesetzt haben. Das fehlende Wasser zur Hülsenbildung und Kornfüllung mit zusätzlichen Schäden durch die schwarze Bohnenlaus, hat häufig zu ernüchternden Erträgen geführt. Deshalb gilt auch wieder in diesem Jahr das Motto „Wir müssen nicht alles Bewährte über Bord werfen“.

Die bereits mehrjährig geprüfte Sorte Fuego (Saaten Union) steht nach diesem Jahr nicht mehr in den Landessortenversuchen zur Prüfung. Trotzdem bleibt Fuego in den bundesweiten Anbauempfehlungen gesetzt. Die Sorte überzeugt durch ihre gute Standfestigkeit und Blattgesundheit mit ausgewogenen Erträgen.

Ebenfalls schon mehrjährig als Anbauempfehlung genannt, hat Fanfare (Saaten Union) wieder alle Erwartungen erfüllt und konnte mit überdurchschnittlichen Erträgen und RP-Gehalten ihre Leistungen der letzten Jahre bestätigen.

Als Sorte für die Monogastrierfütterung (Geflügel und Schwein) hat die tanninarme Sorte Taifun (Saaten Union) mit leicht überdurchschnittlichen Erträgen und mittleren RP-Gehalten abgeschnitten. Wer eine tanninarme Sorte für die Schweinefütterung und Verwertung im eigenen Betrieb sucht, kommt an dieser Sorte nicht vorbei.

Speziell für die Fütterung von Legehennen – tanninhaltig aber vicin-/convicinarm – zeigt die Sorte Tiffany (Saaten Union) in diesem Jahr nicht an allen Standorten überdurchschnittliche Erträge. Durch ihren Nutzungsschwerpunkt gilt die Sorte trotzdem als Anbauempfehlung.

Nun dreijährig im Anbau ist die tanninhaltige Sorte Birgit (Saaten Union). Diese Sorte fällt wieder mal durch schwankende Werte in Bezug auf Kornertrag, RP-Gehalt und TKM auf. Weiterhin kann bei dieser Sorte mit einer guten Standfestigkeit gerechnet werden.

Zweijährig geprüft, kann die Sorte Trumpet (Saaten Union) wiederholt auf fast allen Standorten mit überdurchschnittlichen Erträgen überzeugen. Die Sorte ist Standfest und besitzt ein relativ geringes TKG. Als neuere Sorte fällt diese Sorte für den Probeanbau mit in die Anbauempfehlung.

Auch zweijährig mit im Rennen, kann GL Sunrise (Saatzucht Gleisdorf) als tanninarme Sorte aus der östereichischen Züchtung, auch speziell für die Schweinefütterung eingesetzt werden. Die Sorte ist sehr kurz im Wuchs und konnte bisher in der Region Norddeutschland nur im Bereich der Rohproteingehalte durchschnittliche Werte erzielen.

Stella (Saaten Union) und Daisy (Saaten Union) machen auch im zweiten Versuchsjahr mit überwiegend überdurchschnittlichen Erträgen und einer zügigen Jugendentwicklung auf sich aufmerksam. Ein Probeanbau wäre sicherlich interessant.

LG Cartouche (Limagrain) ist noch nicht überall zweijährig geprüft. Die bislang vorliegenden Ergebnisse zeigen starke Schwankungen.

Die schon mehrjährig bekannte Sorte Julia (IG Pflanzenzucht) überzeugt in der Praxis durch einen höheren RP-Gehalt, eine geringere bis mittlere TKM und ist durch eine gute Standfestigkeit gekennzeichnet. Vorteile dieser Sorte sind auf jeden Fall die geringeren Saatgutkosten je Hektar und dass sich die kleineren Körner optimal für die Einzelkornsaat mit speziellen Maschinen eignen.

Als Ackerbohnensorte mit guter Standfestigkeit und positiven Eigenschaften gegenüber Botrytis und Rost, hat sich Isabell (Saaten Union) bewährt. Ein Anbau dieser Sorte kommt vorrangig auf leichteren Standorten in Frage.

Einjährig in Norddeutschland geprüft, sind in diesem Jahr zwei neue Sorten dabei.

Die neuen Sorten sind:  

Bianca (Bayrische Pflanzenzucht) (tannin- und vicinarm) und

Macho (Saaten Union) (tanninhaltig). Beide Sorten zeigten im ersten Jahr gute Ergebnisse. Für eine genauere Beschreibung ist die Datengrundlage noch zu gering. Wir werden die Sorten weiter beobachten und im nächsten Jahr dazu berichten.

(Stand: Januar 2020)

Text: Stephan Gehrendes

Durchsicht: Ulrich Quendt

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