Futtererbse in Rheinhessen

Christian Kussel bewirtschaftet zusammen mit Klaus Kussel einen 150 ha Ackerbaubetrieb mit Schweinemast in Rheinland-Pfalz. In der Fruchtfolge stehen neben Sommerbraugerste, Winterfuttergerste, Winterweizen und Zuckerrüben auch Erbsen. Die Sommererbse wird vor Wintergerste oder Winterweizen angebaut, sie hinterlässt eine gute Bodenstruktur, so dass in der Regel auf eine Grundbodenbearbeitung verzichtet werden kann. Mit Wintergerste und Erbsen kann der Großteil des Futterbedarfs für die eigene Schweinefütterung abgedeckt werden.

Christian Kussel berichtet hier fortlaufend über den Anbau von Sommererbsen über die gesamte Vegetationsperiode hinweg.

30. Mai 2017

Nachdem innerhalb von 24 Stunden etwa 65 Erbsenwickler in der Pheromonfalle gefangen wurden, habe ich heute mit einer Insektizidspritzung etwas dagegen unternommen: Es wurden 300 g Pirimor und 150 g Kaiso Sorbie pro ha ausgebracht. Pirimor erfasst durch die Dampfphase die versteckt sitzenden Blattläuse und Kaiso Sorbie wirkt systemisch gegen die Erbsenwickler. Damit sollte die Arbeit auf dem Schlag bis zur Ernte beendet sein. 

29. Mai 2017

Die Erbsen blühen mittlerweile. Der Bestand ist etwas höher als mein Knie. Seit einigen Tagen schaue ich nach Blattläusen: dazu nehme ich ein Blatt Papier und klopfe einige Triebe darauf aus. So kann man die hellgrünen Läuse am besten erkennen. Auf den Pflanzen sind sie kaum zu sehen. Mittlerweile häufen sich die Funde, sodass ich für die nächsten Tage eine Insektizidanwendung einplane.

14. Mai 2017

Mittlerweile hat sich die Situation in unseren Beständen entspannt: in den letzten Tagen hatten wir insgesamt zirka 30 Liter Niederschlag und die wärmeren Temperaturen haben ebenfalls dazu beigetragen, dass sich die Erbsen jetzt besser entwickeln. Die Gräserbehandlung hat gut gewirkt und insgesamt ist nur wenig Verunkrautung zu finden. Nur an den Rändern sieht es nicht so gut aus. 

26. April 2016

Momentan entwickeln sich die Erbsen nur sehr zögerlich. Es ist nach wie vor viel zu trocken. Es gab seit Wochen keine nennenswerten Niederschläge und die nutzbare Feldkapazität liegt bei ca. 45 %. Hinzu kommt das sehr kühle Wetter: vergangene Woche, in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, sank das Thermometer auf -5C.

Die Erbsen sind jetzt ca 10 bis 15 cm hoch und haben einen schönen, gleichmäßigen Bestand gebildet. Der Boden ist mittlerweile so stark ausgetrocknet, dass sich erste Risse bilden.

25. April 2017

Heute habe ich eine Randbehandlung gegen Gräser durchgeführt (Agil-S, 1l/ha). Abgesehen davon ist wohl keine weitere Herbizidanwendung mehr nötig, das Bandur hat insgesamt gut gewirkt.

6. April 2017

Die Erbsen sind mittlerweile gut aufgelaufen. Von Unkräutern ist bisher wenig zu sehen und wenn, dann ist die Wirkung von Bandur zu erkennen. Momentan ist es bei uns viel zu trocken. Es müsste unbedingt mal regnen: Direkt neben dem Erbsenacker steht eine offizielle Wettersation. Laut deren Aufzeichnungen haben wir seit Dezember gerade einmal 50 l Niederschlag pro m² gehabt, und das meiste davon kam in kurzen Schauern mit maximal 2 bis 3 l/m² herunter. Hinzu kam das sehr warme und windige Wetter der letzten Tage und Wochen mit Temperaturen bis 24 °C. Leider ist für die nächsten Tage immer noch kein Regen vorhergesagt.

27. März 2017

Das warme, trockene und sehr windige Wetter hat meine schweren, tonigen Böden soweit abgetrocknet, dass eine flache Bodenbearbeitung mit dem Köckerling Allrounder möglich ist. Diese wurde nötig, weil mittlerweile einiges an Unkräutern aufgelaufen ist, auch ein wenig Ausfallweizen war noch zu finden. Die Bearbeitung erfolgte auf etwa 5-6 cm Tiefe.

Morgen früh will ich den Acker direkt walzen und nachmittags mit 4 l/ha Bandur behandelt. Damit ist bei mir die Aussaat abgeschlossen.

18. März 2017

Es hat tatsächlich ein wenig geregnet, so dass ich von einer guten Unkrautwirkung der Herbizidbehandlung ausgehe.

15. März 2017

Direkt nach dem Walzen wurde als Herbizidmaßnahme 4l/ha Bandur ausgebracht. In den letzten Jahren hat sich dieses Herbizid bei uns im Betrieb bewährt. Bei passenden Witterungsbedingungen können damit die bei uns üblichen Unkräuter gut erfasst werden. Für das Wochenende wurde Regen vorhergesagt; das wäre für die Wirkung von Bandur sehr vorteilhaft. Beim Pflanzenschutz verwende ich das Parallelfahrsystem von HELM-Software.

15. März 2017

Der frisch ausgesäte Acker wurde mit einer Cambridge-Walze angewalzt. Der für mich wichtigste Aspekt bei diesem Arbeitsschritt ist es, eine möglichst glatte, ebene Bodenoberfläche zu bekommen, die eine bessere Wirksamkeit des Bodenherbizids ermöglicht. Auch bei der Ernte ist ein möglichst ebener Acker sehr von Vorteil. Kleinere Steine werden hierdurch in den Boden gedrückt, so dass man sie dann (hoffentlich!) nicht im Mähdrescher wiederfindet...

14. März 2017

Bei wunderschönem Wetter konnte heute die Erbsenaussaat beginnen. Ausgesät wurde hauptsächlich die Sorte Astronaute. Für das Demonetzwerk wurde zusätzlich auch noch ein kleiner Sortenversuch mit den Sorten Navarro und Salamanca angelegt. Auf die Unterschiede zwischen den Sorten bin ich gespannt! Als Saatgut wurde Z-Saatgut verwendet, die Aussaatstärke betrug 75 Körner/m². Wichtig ist eine ausreichende Ablagetiefe von mindestens 5cm. Unsere Tandemflex-Universaldrillmaschine ist dafür durch einen hohen Schardruck sehr gut geeignet. Ein weiterer Schlag auf schwerem Tonboden konnte wegen zu großer Feuchtigkeit noch nicht gesät werden.

27. Februar 2017

Nach 3 sehr milden Wintern gab es in diesem Jahr wieder richtig Frost. Die Böden sind gut ausgefroren und schön gelockert. Die Regenwürmer sind fleißig bei der Arbeit. Die Bodenbearbeitung Ende November hat für einen sehr ebenen und vollständig unkrautfreien Acker gesorgt, so dass lediglich die Feldränder noch einmal mit dem Köckerling Allrounder abgefahren werden, um die Feldgrenze sauber zu halten. Sobald das Wetter es zulässt, kann mit der Aussaat begonnen werden.

30. November 2016

Nach einigen Tagen mit Nachtfrost sind heute ideale Bedingungen für eine letzte Bodenbearbeitung mit Köckerling Allrounder: Es ist gefroren, etwa -5°C kalt. Weit genug gefroren, so dass der Boden kaum verdichtet wird, andererseits können die Schare noch gut in den Boden eindringen und eine flache Barbeitung erledigen. Mit etwas Glück ist im Frühjahr keine Bodenbearbeitung vor der Saat mehr erforderlich.

22. September und 2. November 2016

Die Fläche wird mit einer Großfederzinkenegge (Köckerling Allrounder, 6m Arbeitsbreite) mit Gänsefußscharen bearbeitet, um Ausfallgetreide und Unkraut zu bekämpfen. Dabei achte ich auf eine möglichst flache Bearbeitung von ca.5cm. Die Gänsefußschare sorgen für einen ganzflächigen Schnitt während der aggressiv eingestellte Striegel das herausgerissene Unkraut von Erde befreit und an die Oberfläche befördert, wo es dann vertrocknet.

02. September 2016

Die Grundbodenbearbeitung steht an. Dafür nutze ich einen Köckerling Trio mit 3m Arbeitsbreite und 8 cm breiten Schmalscharen. Die Flügelschare werden meistens demontiert und dafür etwas tiefer gearbeitet, auf etwa 18 cm. Das zwischenzeitlich aufgelaufene Ausfallgetreide wird ebenfalls gut beseitigt.

20. August 2016

Der Acker wird mit der Kurzscheibenegge (Lemken Rubin, Arbeitsbreite 5m) eines befreundeten Kollegen flach bearbeitet. Dadurch werden insbesondere die längeren Stoppel des Lagergetreides noch einmal zerkleinert und es werden gute Bedingungen für das Auflaufen von Unkrautsamen und Ausfallgetreide geschaffen.

31. Juli 2016

Die Vorfrucht Sommergerste wird gedroschen. Durch das feuchte Frühjahr war der Bestand sehr üppig. Leider ist die Sommergerste trotz der Gabe eines Wachstumsreglers auf etwa 40% der Fläche "in die Knie gegangen" und konnte nur schwierig gedroschen werden. Durch das Lagergetreide verbleiben zum Teil recht lange Stoppeln auf dem Feld.

Alle Fotos: Christian Kussel

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