Wirtschaftlichkeit

Erbsen und Ackerbohnen – lohnenswerte Kulturen

Erträge, Vorfruchtwerte, Preise

Erträge 2016

Im Anbaujahr 2016, welches insbesondere durch den regional z.T. starken Nanovirusbefall gekennzeichnet war, erzielten die konventionell wirtschaftenden Demonstrationsbetriebe sowohl für Ackerbohnen als auch für Erbsen im Mittel höhere Erträge als im Bundesdurchschnitt, während die ökologisch wirtschaftenden Betriebe bei beiden Kulturarten unter dem Bundesdurchschnitt lagen. Die maximal erzielten Erträge zeigen für 2016 das Ertragspotenzial beider Kulturen sowohl im konventionellen als auch im ökologischen Anbau, welche mit Erträgen von 50 bis 67 dt/ha für Ackerbohnen und 38 bis 60 dt/ha Erbsen weit über dem Bundesdurchschnitt lagen.

Hoher Vorfruchtwert

Der Aspekt des Vorfruchtwertes der Körnerleguminosen wurde durch Befragung von Landwirten ermittelt und ökonomisch bewertet. Dabei wurden die Faktoren Mehrertrag der Folgefrucht, Stickstofffixierung, Bodenbearbeitungsintensität und arbeitswirtschaftliche Aspekte als wesentliche Elemente des Vorfruchtwertes einbezogen.
Unberücksichtigt blieben dabei aus methodischen Gründen z.B. die Einsparungen im Pflanzenschutz zur Folgefrucht, der Beitrag der Leguminose zur Erhöhung der Biodiversität in der Agrarlandschaft sowie ihre Funktion als Insektentrachtpflanze usw..

Ebenso wie in dem Vorgängerprojekt LeguAN (2012-2015) bestätigten im untersuchten Anbaujahr 2016 annähernd alle befragten Landwirte einen positiven Vorfruchteffekt durch die Körnerleguminosen in den Fruchtfolgen.

In vierjährigen Erhebungen in konventionell wirtschaftenden Betrieben errechnete sich auf Basis der jeweiligen Marktpreise ein Vorfruchtwert für Ackerbohnen von rund 200 €/ha und für Erbsen von rund 167 €/ha.
Die in 2016 erstmalig befragten ökologisch wirtschaftenden Landwirte gaben vor allem den Mehrertrag der Folgefrucht als wesentlichen Faktor des Vorfruchtwertes bei Ackerbohne und Erbse an. Durch das höhere Preisniveau bedingt, lagen hier die Vorfruchtwerte für Ackerbohnen bei 337 €/ha und für Erbsen bei 295 €/ha.  

Vermarktung oder innerbetriebliche Verwertung?

Für einen erfolgreichen ökonomischen Leguminosenanbau ist der erzielte Preis bei Vermarktung bzw. der innerbetriebliche Wert bei Verwertung ein wichtiger Hebel. Bei Überlegungen für einen Anbau von Ackerbohnen oder Erbsen sollte daher im Vorfeld die weitere Verwendung der Ernte vorausschauend geplant werden. Bei Verkauf der Ernte sind Absprachen mit der aufnehmenden Hand im Vorfeld sinnvoll. Die Nutzung von Online-Marktplätzen, z.B. www.leguminosenmarkt.de, kann eine gute Alternative zum Verkauf über den Handel sein.

Dem Aspekt der inner- oder zwischenbetrieblichen Verwertung sollte besonders Rechnung getragen werden. Bei einer Verfütterung der Körnerleguminosen, besonders in der Schweine-, aber auch in der Rinderfütterung, liegt der Futterwert der Leguminosen zum Teil deutlich über ihren zurzeit am Markt erzielbaren Erzeugerpreisen. Der Futterwert wird hierbei auf der Grundlage von verdaulichem Eiweiß (nXP) bzw. dem Gehalt an umsetzbarer Energie (MJ ME) und praececal verdaulichem Lysin (pvc Lysin) und einer Preiskonstellation von Weizen und gv-Sojaschrot errechnet. Reine Futterwertvorteile von bis zu 10 €/dt zugunsten von Erbse und Ackerbohne sind hier – ohne Berücksichtigung  von Lagerung und Aufbereitung möglich.

Vor dem Hintergrund der immer stärker geforderten GVO-freien Fütterung ist eine Bewertung des Futterwertes der heimischen Körnerleguminosen auf Basis des Preises für GVO-freies Soja zu diskutieren. Dies würde den Futtervergleichswert der heimischen Körnerleguminosen deutlich anheben.

Autoren: Petra Zerhusen-Blecher, Katrin Stevens, Prof. Dr. Bernhard Carl Schäfer (FH Südwestfalen, Soest), Prof. Dr. Jürgen Braun (HfWU Nürtingen-Geislingen)

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