Wirtschaftlichkeit

Erbsen und Ackerbohnen – lohnenswerte Kulturen

Grundlagen der Berechnung

In den letzten Jahren hat sich die Anbaufläche von Ackerbohnen und Erbsen mehr als verdoppelt. Wurden im Jahr 2013 noch 16.500 ha Ackerbohnen angebaut, waren es in 2017 bereits 46.400 ha deutschlandweit. Bei den Futtererbsen sieht es noch positiver aus – 37.900 ha im Jahr 2013 und 85.500 ha im Jahr 2017. Großen Anteil an der Ausweitung der Flächen hatten hier die Anrechnung der Leguminosen im Greening sowie verschiedene Agrarförderprogramme in den einzelnen Bundesländern. Durch die Änderungen der Greeningauflagen ab dem 01.01.2018 mit einem Pflanzenschutzmittelverbot auf Ökologischen Vorrangflächen und der Erhöhung des Anrechnungsfaktors von Leguminosen von 0,7 auf 1,0 ergeben sich für 2018 voraussichtlich deutliche Verschiebungen in der Anbaufläche, die abzuwarten bleiben. Doch auch der Anbau von Leguminosen außerhalb des Greenings kann sich nach wie vor pflanzenbaulich als auch wirtschaftlich lohnen. 

Die ökonomischen Bewertungen des Ackerbohnen- und Erbsenanbaus im Demonstrationsnetzwerk orientieren sich am Berechnungssystem der Direkt- und arbeitserledigungskostenfreien Leistungen (DAL). Nach KTBL(http://daten.ktbl.de/downloads/dslkr/Leistungs-Kostenrechnung.pdf; 28.2.2018) wird die DAL berechnet, indem von der Marktleistung die Direktkosten und die Arbeitserledigungskosten (variabel und fix) abgezogen werden (Tabelle 1). Sie trägt zur Deckung der verbleibenden Kosten (Gebäude-, Flächen-, Rechte-, Allgemeine Kosten/Unternehmensführung) bei. Da in dieser Kennzahl im Gegensatz zum Deckungsbeitrag auch die fixen Arbeitserledigungskosten (= fixe Kosten der Arbeitsmittel und fixe Lohnkosten) berücksichtigt sind, spiegeln sich in ihr die Effekte der Auslastung der Arbeitsmittel wieder.

Zur Berechnung der Marktleistung wird der  „Betriebswert“ verwendet. Er beschreibt den erzielbaren Preis für Ackerbohnen bzw. Erbsen als betriebsindividueller Mischkalkulationspreis aus Erzeugerpreis und Futtervergleichswert.

Autoren: Petra Zerhusen-Blecher, Katrin Stevens, Prof. Dr. Bernhard Carl Schäfer (FH Südwestfalen, Soest), Prof. Dr. Jürgen Braun (HfWU Nürtingen-Geislingen)

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